An der Grenze des Sichtbaren
Mein Name ist Malte. Seit 30 Jahren fotografiere ich an der See. Meine Bilder handeln von der Stille. Sie zeigen, wie die Weite unseren Sinn für das Wesentliche schärft. Wie sich die Landschaft verändert, wenn ihr visuelle Grenzen fehlen. Im Himmel, auf dem Wasser.

Bauen an der See
Mich interessieren Bauwerke am Meer. Das Aufeinandertreffen von Natur und Kultur. Die Gestaltung der Grenze zwischen Land und Meer. Architektur am und im Wasser macht unser Verhältnis zur See gegenständlich. Wir schirmen uns gegen sie ab, beobachten und kartografieren sie, schaffen Tore, um sie zu befahren und Waren auf dem Wasser zu transportieren.

Wälder
Das Meer ist der Nullpunkt der Baumgrenze. Wälder an der Küste sind immer „trotzdem“ da. Mal nagt das Meer an ihnen und holt sich Baum für Baum, manche sind zerzaust und struppig, oft rücken Bäume zusammen, als wollten sie sich vor dem Seewind schützen. Bäume wachsen in die Höhe, das Meer führt in die Tiefe. Bilder von ihrem Aufeinandertreffen führen vor, wie aus Gegensätzen eine Einheit wird.

Das Sehen sehen
Durch salzbeschlagene Fenster, im Spiegel. Auf dem Wasser im Nebel oder auf einer vereisten Fläche: Wenn uns Lichtbrechungen- und Beugungen, Reflexionen und Trübungen irritieren, wird uns das Sehen bewusst. Wir sehen klarer, wenn der Blick ins Ungewisse kippt. Bilder von der Grenze des Sehens erzählen vom Moment, in dem eine Frage Klarheit schafft.
